Kleidung früher und heute

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AltstadtIn unserer Wegwerfgesellschaft kann sich keiner vorstellen, wie man vor 60 Jahren noch gelebt hat. Eine Altkleidersammlung kannte keiner. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie meine Oma alte Pullover auftrennte und die Wolle zu einem Wollkneul drehte. Es wurde wieder ein neuer Pullover gestrickt. Aus zerissenen Hemden und Blusen hat mir meine Oma eine wunderschöne Rüschenbluse genäht. Wie viel Hausfrauen können sich das heute vorstellen. Aus Nichts etwas zaubern, und das, was da ist, doppelt und dreifach nutzen, das muß die Hohe Kunst dieser Jahre gewesen sein. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es mir an etwas gemangelt hat. Man war damit zufrieden was da war. Schokolade gab es eine Tafel an Weihnachten und zu Ostern braune und rote Zuckerhasen.

Vielleicht kam auch mal Tante Hilde zu Besuch und brachte selbstgebackene Kekse mit. Ja man schätzte solche Süßigkeiten sehr, denn es gab sie sehr selten. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich als Kind unzufrieden war. Man freute sich an kleinen Dingen und hatte keine Gedanken daran verschwendet etwas zu wollen, was man nicht hatte. Man wusste ja es gibt nichts. Designerklamotten, Computer, Fernseher und Videospiele, teure Fahrräder und Handys wie sie heute von den Kindern und Jugendlichen gefordert werden sind in der Konsumgesellschaft von heute erforderlich. Aber nicht nur die Kinder sind so, auch die Erwachsenen müssen alles größer und besser als der Nachbar haben. Neue Autos, große Häuser, teure Urlaubsreisen, ja das wird bald der Vergangenheit angehören. Die Schritte zurück sind schwerer als welche nach vorne.

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  • Ich bin Jahrgang 1950 und kann das, was du schreibst, voll nachvollziehen. Ich kannte als Kind keinen Mangel, obwohl nichts da war. Wir spielten mit Steinen und hüpften mit dem alten Unterhosengummi, den wir aus vielen alten Hosen herausgenommen haben und sie wurden einfach zusammengeknüpft. Die Menschen heute wollen immer mehr und immer mehr. Sie leben nicht mehr in sich selber, sondern jeder gedanke ist im Aussen: Was kann ich jetzt noch, was brauch ich noch, was habe ich noch nicht usw…

    Es wird Zeit, dass der Mensch wieder Mensch ist.